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Wenn man „Nebraska“ hört, denken viele wahrscheinlich anÖde, Leere, Bruce Springsteen und Omaha. Omaha nicht nur, weilsie eine Stadt in Nebraska ist, sondern auch dieHauptstadt wunderschöner Melodien und ebenso verzaubernderMenschen, die auf diesem so fruchtbaren Boden gedeihen.Conor Oberst ist einer von ihnen. 
ConorMullen Oberst (so sein vollständiger Name) wurdeam 15. Februar 1980, als Sohn einer Lehrerin (Nancy Oberst)
und eines Versicherungsangestellten (Matthew Oberst, Sr.)geboren. Mit zarten 13 begann er bereits, seine Umwelt mitselbst aufgenommenen Tapes zu entzücken. So brachte erbereits 1994 sein erstes Tape „Water“ heraus, was nur ineiner Auflage von 50 erschien und unter minimalstenUmständen nämlich miteinem Kassettenrekorder aufgenommen wurde. Vertrieben wurde es in der lokalenMusikszene und über einen Buchladen namens Antiquarium. Eserschien bei Lumberjack Records, welches von ConorOberst und seinem älteren Bruder Justin zusammen miteinigen anderen befreundeten, musizierenden Teenagern aus Omaha gegründetwurde.Ebenfalls 1994 erschien auf dem kleinenPlattenlabel Sing, Eunuchs! aus Omaha ein weiteres Demotapenamens "Here’s To Special Treatment".

Esgewährte nicht lang und Conor Oberst spielte in seinerersten Band Commander Venus.
Gegründet im Jahr 1995umfasste die Band Conor Oberst, Robb Nansel, Todd Baechleund Tim Kasher. Im selben Jahr noch erschien auf Lumberjack Records das erste Commander Venus Full-Length-Album "Do YouFeel At Home?"
1998wird die Band zu Wind-Up Records wechseln, wo im selben Jahrnoch das Album " The Uneventful Vacation"erscheint. Danach aber wird sich die Band auflösen unddieses Kapitel beendet sein.
Einweiteres Bandprojekt zu dieser Zeit waren Park Ave. ImJanuar 1996 gegründet, blieb die Band immerhin fürzweieinhalb Jahre bestehen. Im Gegensatz zu seinen anderenProjekten war Conor in dieser Band der Drummer, auch wenn erdieses Instrument zu Beginn gar nicht spielen konnte. Sowirklich ernsthaft vorangetrieben wurde dieses Bandprojektnie. Da die Bandmitglieder nicht einmal ihre Instrumentewirklich beherrschten wurden nur wenige Konzerte gespieltund neben einigen wenigen EPs wurde auch nur ein richtigesAlbum aufgenommen, das dann auch erst 1999, also nachAuflösung der Band, auf Urinine Records veröffentlichtwurde: "When Jamie Went to London…We Broke Up".Trotzdem hat die Band auch heute noch eine erstaunlichgroße Anzahl an Fans, was vermutlich dem etwas naivemCharme der Band zu verdanken ist.

1997,im Alter von17 Jahren, rief er dann mit der Band Bright Eyes das Projektins Leben, welchessein Leben und
seine Karriere zukünftig prägen sollte,dass aber entgegen der läufigen Meinung nie ein reinesSoloprojekt war. Zusammen mit Mike Mogis, der seit derersten Stunde fester Bestandteil der Band war und vor allemauch als Produzent mitwirkte, bildete Conor den Kern derBand. Die restliche Besetzung aber wechselte mehr oderweniger ständig, trotzdem aber bleibt der Sound unverkennbar: malminimalistisch, mal pompös, immer einemerkwürdige, etwasverlorene Ausstrahlung innehabend. Etwas, das oft alsOmaha-Soundbezeichnet wurde und das damals viele weitere Bands ausOmaha kennzeichnete. Doch zunächst brachte Conor mit Bright Eyes die „A Collection Of Songs Written and Recorded1995-1997“ heraus. Ein minimalistisches, wildes, nochetwasunausgereiftes Sammelsurium von Songs aus 3 Jahren,aufgenommen mit dem 4-Spur-Gerät seines Vaters. LumberjackRecords hatte sich mittlerweile, rechtlich bedingt,umbenennen müssen und so erschien Conors erstes Album aufSaddle Creek Records.

Innerhalb der folgenden drei Jahre ist
Conor Oberst fleißig: Neben etlichen Ep’s veröffentlichter 1998 in Amerika (2001 dann erst in Europa) "LettingOff The Happiness", sein erstes Studioalbum, ein Album welches vor Weltschmerzund Depressionen nur so strotzt, aber nicht in Kitsch oderPathos untergeht. Dieses Album sorgte für Aufsehen mitseinen bemerkenswerten Texten. So findet man darauf ein Liednamens ‚Padraic My Prince‚ das mit den Zeilen "I had abrother once/ he drowned in a bathtub before he’d everlearned how to talk…" beginnt. In diesem Lied geht esum eine verzweifelte Mutter, die ihren kleinen Sohn nichtdavor retten konnte in der Badewanne zu ertrinken. VieleLeute glaubten es sei autobiografisch, aber es ist nur eineGeschichte, die Conor sich ausgedacht hatte. Wenn man Oberstdanach fragt, antwortet er nur, dass das doch gar keineRolle spielen sollte. Seiner Meinung nach sollte es ganzegal sein, ob die Geschichten seiner Lieder nun erfundenoder wirklich geschehen sind. 

Im Jahr 2000 erscheint daszweite ‚richtige‘ Album „Fevers & Mirrors“Damitschafft er nun auch den Sprung über den großen Teich undin die Herzen der europäischen Musikkonsumenten. Mit zwarraren Konzerten auf unserer Erdhälfte brennt er sichallerdings umso mehr in die Köpfe der Menschen hier underfüllt die allseits hohen Erwartungen um ein mehrfaches mitseinem 2002er-Release „Lifted Or The Story Is In The Soil,Keep Your Ear To The Ground„, 
für dass er überall die besten Kritiken erntet und ihnschon bald zu einem „anchorman of the generation“ werdenlässt sehr entgegen seinem Willen natürlich, dennMusik machen will er, keine Politik betreiben (dass sichbeides jedoch auch gut koppeln lässt, soll er spätererfahren). Im Fahrtwasser der Veröffentlichung des Albumstritt die Band 2002 in der "Late Show With DavidLetterman" zum ersten Mal live im Fernsehen auf. Mit“Trees Get Wheeled Away“ spielen sie einen neuen Song. 

Sein charitatives Engagement zeigt er mit dem ebenfalls 2002veröffentlichten Weihnachtsalbum "A ChristmasAlbum", eine CD mit traditionellen Weihnachtsliedern,gesungen von ihm und Maria Taylor. Das Album kann nur überden Saddle Creek Online Shop bezogen werden, alle Einnahmenkommen der AIDS-Hilfe in Nebraska zugute.

Dass Conor Oberst in seinem noch jungen Lebenweder Rast- noch Ruhelos ist, zeigt seine  ZweitbandDesaparecidos, die er zusammen mit vier Freunden im Jahre2000 gründet. Ihr Debutalbum, welches leider auchihr einziges bleiben wird (2004 trennten sie sich bereits wieder), „Read Music/ Speak Spanish“, dass 2002veröffentlicht wurde, beweist außerdem, dass es ConorOberst an Facettenreichtum nicht mangelt. Fetter Rock mitScreamo-Einlagen werfen nun alle Vorurteile über denHaufen, Conor sei nur ein weinerlicher Sänger. Zudembeweist er hier erstmals, dass Musik auch gut dafür da ist,nicht nur seineeigenen, sondern auch die Probleme derGesellschaft auf die goldene Waage zu legen.Gesellschaftskritik und Extrovertiertheit sind dieStichwörter dieses Meilensteins der Subkultur.

Bevorer sich jedoch wieder vollständig seinem Projekt BrightEyes widmete, eröffnete er 2003 zusammen mit seinem ManagerNate Krenkel das Label „Team Love“, welches als kleines,flexibleres Schwesterlabel von Saddle Creek fungieren soll(laut Conor dauerte es ihm

bei Saddle
Creek zu lang, biseine Band gesignt und schließlich eine Platte
aufgenommenund herausgebracht wird). Bald stehen Bands wie Tilly &The Wall, Willy Mason oder David Dondero unter Vertrag. DerSitz des Labels ist in New York, wo Conor im selben Jahrauch ein Apartment bezogen hat. Der Vertrieb derVeröffentlichungen läuft auch weiterhin über SaddleCreek. Bemerkenswert ist noch, dass alle Veröffentlichungenam offiziellen Releasedatum auch als kostenlose MP3sangeboten werden.

2004bescherte er seinen Fans mit den Bright Eyes zusammen mitNeva Dinova die sehr countrylastige EP „One Jug Of Vine,Two Vessels“. 2005 dann die doppelte Freude: Bright Eyesbringen gleich 2 Alben auf den Markt. Zum einen „I’mWide Awake, It’s Morning“, die an den gewohnten Soundvon Bright Eyes erinnert, aber hier die vorher erwähntepolitische Kritik durchblitzen lässt und zum anderen dieüberraschende andere Seite: „Digital Ash In A Digital Urn“, wo Conor nicht vor Beats und dem Mischpult scheutund zeigt, dass er auch elektronisch kann. 2005 war dannebenfalls das große Jahr der Touren durch Amerika undEuropa. Mittlerweile hat er gemerkt, dass man als Musikerauch Einfluss hat und scheut daher nicht vor öffentlichenBeleidungen und Beschimpfungen zur Wiederwahl George W.Bushs zurück, die in dem Song „When The President TalksTo God“ herrlichst zum Ausdruck kommen.
Unterdessen bricht auch hier Conors Veröffentlichungswutnicht ab und bringt den Hörwütigen die grandiose Live-CD“Motion Sickness“. Am 13.10.06 veröffentlichte er seineB-Side-und Raritäten-Compilation „Noise Floor“, aufderen Vinyl-Version sich zudem 5 Bonus Tracks befinden, dieauf der CD nicht vorhanden sind.

Obwohles im Jahre 2006 eher ruhig um den jungen Herren wurde, legtedieser nicht die Beine hoch: es wurde munter undtatendringlich an einem neuen Werk gearbeitet, welches denNamen „Cassadaga“ trägt und am 10.04.07 veröffentlichtwurde. Der Titel des Albums ist nach einer spirituellenGemeinschaft im Zentrum von Florida benannt, die den Namen"Cassadaga" trägt. Wer Interesse hat: www.cassadaga.org

Noch davor aber erschien am 6. März 2007 die VorabEp "Four Winds".  Darauf enthalten waren, neben demaus dem Album stammenden Titeltrack, 5 weitere Songs. Leiderwurde die EP nur in Nordamerika (über Saddle Creek) undverspätet auch im UK (Polydor) veröffentlicht. Dies hängtdamit zusammen, dass die Band im Jahr 2006 einen Vertrag mitPolydor UK abgeschlossen hat, welche dem Label weltweit(außer Nordamerika) den Vertrieb gestattet.